06.01.2026 Bürger-Ehrung im Kreise der Schützen
Beim Neujahrsempfang der St.-Katharina und St-Sebastianus-Bruderschaften wurde Karl-Heinz Göris der Matthias-Hoeren-Preis überreicht – auch wenn die Auszeichnung nicht direkt mit dem Brauchtum in Verbindung steht.

Die Feierstunde der beiden Bruderschaften stand unter anderem im Zeichen der Verleihung des Bürgerpreises.
Foto: Markus Rick
Von Rudolf Barnholt
Korschenbroich
Die Feierstunde der St.-Katharina-Junggesellenbruderschaft und der St.-Sebastianer am Sonntagabend in der Aula des Korschenbroicher Gymnasiums war rund 90 Minuten lang, und das aus gutem Grund: Die Veranstaltung wurde genutzt, um Karl-Heinz Göris den Matthias-Hoeren-Preis zu verleihen. Das passte, denn sowohl der Preisträger, als auch die Vertreter der Bürgerstiftung „Für Korschenbroich“, die die Preisverleihung vornahmen, sind Schützen.
Thomas Siegers, Präsident der St.-Sebastianus-Bruderschaft, begrüßte zum traditionellen Neujahrsempfang die aktuellen Majestäten beider Bruderschaften, Florian Kirchberg mit Anna-Lena Schumacher beziehungsweise Rajan Esser mit Luisa Nethövel sowie aktuelle, aber auch neue Amtsträger.
Udo Bartsch kam zum ersten Mal als stellvertretender Landrat, Christiane Schläwe und Frank Weckauf sind die neuen Vertreter von Bürgermeister Marc Venten, der wenig später für seine launige Ansprache kräftigen Applaus bekommen sollte. Aber zunächst sorgte Frederik Hamm, Präsident der St.-Katharina-Junggesellenbruderschaft, mit seinem Festvortrag unter der Überschrift „Zusammenwachsen“ für Nachdenklichkeit. Was ihm nach 50 Jahren Stadt Korschenbroich aufgefallen war: „Wir haben ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, und trotzdem haben die einzelnen Ortsteile ihre Identität bewahrt.“
Hamm, dessen Tage als Präsident der Junggesellenbruderschaft gezählt sind, weil er mittlerweile verheiratet ist und im vergangenen Jahr Vater geworden war, wandte sich an die Babyboomer, die jetzt in großer Zahl in Rente gehen: „Ihr Ruhestand ist auch eine Chance für die Gesellschaft. Motivieren Sie Ihre Bekannten, um ehrenamtlich aktiv zu werden.“ Das helfe auch, der Einsamkeit vorzubeugen.
Thomas Siegers hatte unter anderem Bezirksbundesmeister Horst Thoren begrüßt. Er geht davon aus, dass Thoren seine Erfahrungen bei der Planung des Bundesschützenfestes im Mönchengladbach im vergangenen Jahr einbringen wird in die Planungen des Bundesschützenfestes in Korschenbroich in drei Jahren.
Bürgermeister Marc Venten erinnerte daran, dass Heinz Schubert am 12. November 2025 100 Jahre alt geworden wäre. Schubert war als Alfred Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“ berühmt geworden. Was Venten beklagte: „Seit 2023 werden die Folgen mit einem Warnhinweis versehen: Es könnten Passagen geben, die heute als diskriminierend gelten.“ Der Bürgermeister hält solche Warnhinweise für albern, weil der Alltag „voller Gefahren und Niederlagen“ sei. Sein Credo: „Wenn man ständig und überall das Risiko sieht, kommt man nicht weiter.“ Ganz in diesem Sinne wünschte er „ein mutiges Jahr 2026“.
Der ehemalige Vorsitzende der Bürgerstiftung, Fritz Otten und Ulrich Böttges als Vorsitzender des Stiftungsrats, traten in Schützenjacken auf, legte diese aber schnell ab, trugen darunter ein dunkles Sakko. Das war gut so, denn der Bürgerpreis ist ja kein Preis, den die Schützen vergeben. Geehrt wurde Karl-Heinz Göris (74), der elfeinhalb Jahre Vorsitzender der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich war. Er ist jetzt in die zweite Reihe zurückgetreten, Marco Heuter ist sein Nachfolger und wird vom Schützenzug Donnerwürmkes unterstützt.
„Ich habe mich schon früh ehrenamtlich engagiert, war in der Katholischen Jugend aktiv“, erklärte Göris. Und er lobte die Vorstände der beiden Bruderschaften: „Sie haben mit aller Kraft hinter der Kinder-Direkthilfe Korschenbroich gestanden. Die Bruderschaften haben uns immer sehr unterstützt.“ Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro hatte die NEW zur Verfügung gestellt, sie wurde von Matthias Peters vertreten.
Böttges warb für die Bürgerstiftung: „Engagieren Sie sich bei uns, und wenn Sie keine Zeit haben, werden Sie Zustifter.“ Klanglich bereicherten die Orchestergemeinschaft der Musikkapelle Kleinenbroich und des Stadtorchesters Korschenbroich, geleitet von Kathrin Simons, die Feierstimmung.